Wochenende. Ich bin beim Konzert von Placebo. Die Vorband ist “Expatriate”. Sie haben eine billige Videoshow in der der Bandname in gruseligen Fonts auf ein hinter der Band hängendes 15 mal 15 Meter Bettlaken geworfen wird. Der Sound ist OK. Sind halt Australier und hören sich an wie Therapy bevor sie gut wurden. Für den Umbau hat sich Placebo was ganz Tolles einfallen lassen. Kurzfilme die auf Videowänden laufen. Die Teenager aus den Dörfern sind begeistert und zücken die Handycams. Irgendwie wird es eng da wo ich mit Kai stehe. Liegt wohl an dem Wellenbrecher den sie da aufgebaut haben. Hinter dem, d.h. näher zur Bühne ist noch massenhaft Platz. Also wieder ganz an den Rand um weiter nach vorne zu kommen. So in 10m Entfernung stellen wir uns auf und ertragen das seltsame Publikum. Gruftis gibts hier keine mehr. Rocker auch nicht. Was ist nur aus Placebo geworden? Das Konzert geht los. Erfahrene Besucher erwarten jetzt eine Welle die von hinten kommt und eine beginnende Party. Aber da kommt nichts. Ach ja, der Wellenbrecher. Ungefähr 10m von der Bühne kann man ganz locker stehen ohne eine andere Person zu berühren. Begeisterung bricht bei den Teenagern aus. Das führt aber nicht dazu, dass sie tanzen, singen, klatschen? Nein, sie zücken die Handycams und filmen die Videoinstallation. Olsdal trägt einen silber glitzernden Anzug und wechselt nach jedem Song das Instrument. Das neue wird ihm vom Roadie gereicht. 20 Sekunden Stille zwischen den Liedern sind keine Seltenheit. Ansprachen von der Band: Keine. Publikumsbeteiligung: Keine. Die Videoinstallation zeigt Schrott abwechselnd mit Filmaufnahmen vom Publikum und verzerrten Bandbildern. In den Publikumsaufnahmen sieht man das auch in der ersten Reihe alle still stehen und die Band “anschauen”. Kai und ich sind die einzigen die Party machen, ernten aber schnell verärgerte Blicke und der Typ vor mir macht mir (zum letzten Mal bevor ich dann wirklich Schläge bekomme) klar das er jetzt nicht mehr berührt werden möchte. Ich glaube ich habe während des Konzertes ungefähr 5 Mal “Fuck Leipzig” von Brian Molko gehört. Die Zugaben sind natürlich mit Setliste und die Band muss wieder rauskommen obwohl keiner so richtig “Zugabe” ruft. Der ganze Abend ist geprägt von dieser Vorband-Stimmung. Keiner scheint die Songs zu kennen oder mitsingen zu wollen. Alle machen nur ihre YouTube Videos und das nicht mal von der Band sondern von der Videowand die die Band zeigt. Irgendwie ist das Web2.0 doch nicht so toll. Es zerstört nämlich die Realität die jetzt keiner mehr wahrnehmen will. Alle filmen nurnoch für facebook, youtube, twitter…
50 Euro für diesen Rotz… Nie wieder Arena Leipzig! Nie wieder Placebo!
Wochenende. Ich bin beim Konzert von Placebo. Die Vorband ist "Expatriate". Sie haben eine billige Videoshow in der der Bandname in gruseligen Fonts auf ein hinter der Band hängendes 15 mal 15 Meter Bettlaken geworfen wird. Der Sound ist OK. Sind halt Australier und hören sich an wie Therapy bevor sie gut wurden. Für den Umbau hat sich Placebo was ganz Tolles einfallen lassen. Kurzfilme die auf Videowänden laufen. Die Teenager aus den Dörfern sind begeistert und zücken die Handycams. Irgendwie wird es eng da wo ich mit Kai stehe. Liegt wohl an dem Wellenbrecher den sie da aufgebaut haben. Hinter dem, d.h. näher zur Bühne ist noch massenhaft Platz. Also wieder ganz an den Rand um weiter nach vorne zu kommen. So in 10m Entfernung stellen wir uns auf und ertragen das seltsame Publikum. Gruftis gibts hier keine mehr. Rocker auch nicht. Was ist nur aus Placebo geworden? Das Konzert geht los. Erfahrene Besucher erwarten jetzt eine Welle die von hinten kommt und eine beginnende Party. Aber da kommt nichts. A