e-Post

Thursday, July 15th, 2010

“Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich – das ist eine Revolution”. Das Zitat ist vom Postchef Frank Appel. Er hat zwar irgendwie Unrecht, denn sichere Kommunikation im Internet gibt es per Public Key Verfahren schon seit Langem, interessant ist die ganze Sachen trotzdem aus mehreren Gründen. Zunächst sieht man mal wieder, dass sich wirklich gute Ideen irgendwann ganz natürlich durchsetzen. Es dauert halt seine Zeit bis neue Konzepte von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung und der Entscheidungsträger verstanden werden. Die Politiker twittern ja auch und die ARD hat eine Facebook-Seite. Interessant ist, dass die Post direkt Geld damit verdienen wird. Sie verkauft “Open Source Technologie”! Ihr Produkt könnte man letztlich auch gratis haben. Thunderbird und Enigmail z.B. kann jeder runterladen, aber das Geld wird verdient mit Dienstleistungen (das Verstehen und Implementieren des Verfahrens wird abgenommen) und dem Vertrauern das der Bürger in die Post hat. Da bisher nicht angekündigt wurde die Protokolle und Implementierungen zu veröffentlichen, ist dieses Vertrauen wohl weniger gerechtfertigt als das in Thunderbird und Enigmail. Schließlich ist die Quersubventionierung durch die Behörden anzuprangern. Wenn die Ämter öffentlichen Schlüssel publizieren würden und (nach Vorlage von Ausweis) den eigenen signieren würden könnte man schon lange sicher mit dem Amt E-mailen. Konkurrenten gibt es übrigens auch. Es bleibt netzpolitisch spannend.