Gestern lief in der ARD zur spaeten Stunde eine exzellente Verfilmung meines Lieblingsromans, “Der menschliche Makel”. Das lies mich ueber das Fernsehen im Allgemeinen nachdenken. In letzter Zeit kam ich ueber die Tagessthemen wieder etwas dazu. Ich habe noch die, zugegeben etwas flache, Doping-Reportage “Blut und Spiele” angeschaut und irgendwann lief der Trailer fuer die Roth-Verfilmung. Einen solchen Film mit Werbeunterbrechungen anzuschauen, kann ich persoenlich mir schon gar nicht mehr vorstellen, aber egal. Heute stiess ich jedenfalls in der ZEIT auf eine Reportage ueber Sat.1 und ihre Serienproduktion “Blackout”. Es war ein ambitioniertes Projekt. Man versuchte mit viel Geld und Vorbereitung echte Qualitaet zu etablieren; und scheiterte auf ganzer Linie. Die Kritiker waren begeistert. Die Zuschauer schalteten gar nicht erst ein. Die Konsequenzen die man bei Sat1 zog beinhalteten z.B.
- Menschen mit höherer Bildung haben dramaturgisch höhere Ansprüche und lechzen deshalb nach komplexeren Programmen, die sie nur selten im Fernsehangebot vorfinden. Doch da sie einen quantitativ unbedeutenden Teil des Gesamtpublikums darstellen, sind Sendungen in großen Sendern, die vorwiegend dieses Publikumssegment ansteuern, zum Scheitern verurteilt.
- Fernsehproduktionen funktionieren bei einem breiten Publikum heutzutage nur dann, wenn die Helden moralisch klar zugeordnet werden können. Die Zuschauer wollen gleich von Beginn an erkennen, wer die Guten und wer die Bösen sind.
- Serien mit komplexen, verschachtelten Erzählstrukturen schrecken ab. Die Zuschauer lieben es, wenn sie sich schnell in der Handlung zurechtfinden. Fernsehen ist in seiner Grundstruktur ein Flüchtigkeitsmedium, das von den meisten Zuschauern als solches genutzt wird.
- Auch ein dramatischer Inhalt darf nicht allein als düster erlebt werden. Bereits in den Trailern muss gezeigt werden, dass es ebenfalls eine helle, positive und emotional beglückende Seite gibt. Dazu gehören zum einen die Ansprüche an die Farbgebung, zum anderen verlangt der Zuschauer jedes Mal eine spannende Liebesgeschichte und dabei vorzugsweise den ewig gleichen Klassiker: die Dreiecksbeziehung.
Besonders das Wort “Flüchtigkeitsmedium” hat es mir angetan. Bedeutet es, man fluechtet sich in Fernsehkonsum? Oder ist das konsomierte sehr fluechtig ? Beide Interpretationen sind treffend und sagen genuegend…
Gestern lief in der ARD zur spaeten Stunde eine exzellente Verfilmung meines Lieblingsromans, "Der menschliche Makel". Das lies mich ueber das Fernsehen im Allgemeinen nachdenken. In letzter Zeit kam ich ueber die Tagessthemen wieder etwas dazu. Ich habe noch die, zugegeben etwas flache, Doping-Reportage "Blut und Spiele" angeschaut und irgendwann lief der Trailer fuer die Roth-Verfilmung. Einen solchen Film mit Werbeunterbrechungen anzuschauen, kann ich persoenlich mir schon gar nicht mehr vorstellen, aber egal. Heute stiess ich jedenfalls in der ZEIT auf eine Reportage ueber Sat.1 und ihre Serienproduktion "Blackout". Es war ein ambitioniertes Projekt. Man versuchte mit viel Geld und Vorbereitung echte Qualitaet zu etablieren; und scheiterte auf ganzer Linie. Die Kritiker waren begeistert. Die Zuschauer schalteten gar nicht erst ein. Die Konsequenzen die man bei Sat1 zog beinhalteten z.B.
Menschen mit höherer Bildung haben dramaturgisch höhere Ansprüche und lechzen deshalb nach komplexeren Programme